Red Connection Nagaland Rundbrief Oktober 2019

Hallo ihr Lieben,
Es war bis jetzt immer noch sehr heiß und schwül, aber seit ein paar Tagen ist es nun endlich kühler, nun beginnt die schönste Zeit des Jahres, was das Wetter betrifft.
Etwas beunruhigend ist, dass es jedes Jahr weniger regnet. Hier hat jeder seinen eigenen Ringbrunnen oder eine tiefere Bohrung, um Wasser zu erlangen. Das Wasser pumpen wir dann täglich in unseren Tank auf dem Dach und von dort gelangt es in die Leitungen. Es kommt nun immer häufiger vor, dass der Ringbrunnen austrocknet und wir das Wasser der tieferen Bohrung nehmen müssen, welches schlechtere Qualität hat und sehr eisenhaltig ist. Es war eigentlich gerade Monsun Regenzeit, da sollte kein Brunnen austrocknen. Jetzt fängt die trockene Jahreszeit an, in den nächsten Monaten wird es kaum regnen und wir hoffen, dass wir genügend Wasser haben werden.
Abschied von Atsa
Atsa war unsere Teilzeitmitarbeiterin seit Dezember 2015.
Leider mussten wir sie nun gehen lassen.
Ich hab schon öfters von Atsa und ihrer Familie erzählt, aber ich möchte das nochmals aufgreifen, da ihr Leben ein wunderbares Zeugnis für Got.tes Versorgung ist und auch eine Frucht unserer Arbeit.
Atsa´s Vater hat die Familie verlassen, als sie und ihre Geschwister noch klein waren. Die Mutter ist Bäurin und lebt von ihrem eigenen Anbau, in einem sehr unterentwickelten und ärmlichen Gebiet Nagalands. Meist ist es für solche armen Frauen schwer ohne Mann zu überleben. Daher heiratete sie wieder. Leider hat dieser Mann die Kinder nicht akzeptiert, das ist sehr oft der Fall. Die Kinder wurden an andere verschiedene Familien verteilt. Dort wurden sie zwar einigermaßen versorgt, mussten aber dafür in den Haushalten arbeiten.
2015 kamen sie dann nach Dimapur und wohnten erstmal bei einem Onkel. Atsa und ihre ältere Schwester kümmerten sich um die Jüngeren, endlich waren die Geschwister wieder vereint. Aber sie waren sehr arm und konnten kaum Lebensmittel kaufen. Wir wurden auf sie aufmerksam und halfen ihnen so gut es ging. Dann, während ich in Deutschland war, wurde für die ältere Schwester ein Ehemann arrangiert. Dies geschah aus der Not heraus, in der Hoffnung die Geschwister können damit versorgt werden. Leider ging das nach hinten los. Die ganze Verantwortung für die Jüngeren ging auf Atsa über. Sie hatte leider keinen Schulabschluss und schlechte Aussichten auf eine Anstellung. Aus der Not heraus eröffneten die Geschwister einen kleinen Laden, in der Nähe des „The Garden“. Wie ihr ja wisst, wird in der Gegend illegaler Alkohol verkauft und viel Prostitution betrieben. Deshalb dauerte es nicht lang, bis sie auch anfingen Alkohol zu verkaufen, denn ohne diesen, keine Kunden. Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sie auch in die Prostitution abgerutscht wären, obwohl sie total liebe und auch unschuldige Mädels sind. Aber aus der Verzweiflung und Not heraus, kann man in so einiges abrutschen. Wir besuchten die Familie so oft es ging und ermutigten sie, ihren Laden zu schließen und eine andere Einnahmequelle zu suchen. Nun wurde die Jugendgruppe „The Garden Youth“ ins Leben gerufen, da wir die Notwendigkeit sahen, vor allem diese Geschwister regelmäßig zu treffen, sie zu Jüngern zu machen und ihnen Orientierungshilfe zu geben.
Zu der Zeit haben wir Atsa zur Teilzeit angestellt und sie war all die Jahre eine treue und wunderbare Mitarbeiterin. Außerdem hat sie dann, nachdem die Geschwister ihren Laden mit dem Alkoholverkauf aufgegeben hatten, eine Anstellung bei einer staatlichen Einrichtung als Putzfrau und Gärtnerin bekommen. Nun verdienen sie genug, um gut über die Runden zu kommen. Es ist so gut zu sehen, wie der Herr versorgt, nachdem sie gehorsam waren und mit allem Illegalem aufgehört haben, hat der Herr die Türen geöffnet und die Familie erlebt seine Segnungen. 
Nun wird Atsa im Dezember heiraten. Wir freuen uns sehr für sie. Nach allem, was sie in ihrem jungen Leben schon durch gemacht hat, freuen wir uns, umso mehr, sie glücklich zu sehen. Ihr zukünftiger Mann ist sehr nett und veranwortungsvoll. Er akzeptiert die jüngeren Geschwister und wird auch sie versorgen.
Atsa verlässt uns, da sie schon so viel mit ihrer Familie und Arbeit zu tun hat und auch eine Ehe hier eine viel höhere Verantwortung mit sich bringt, als in Deutschland.
Vielen Dank für all Eure Unterstützung und Geb.ete. Zusammen dienen wir den Vergessenen und Armen Nagalands

Herzliche Grüße,
Eure Katrin und Aki Kinimi
mit Red Connection Team

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